BARRIEREFREIES WOHNEN

barriere-freies wohnen - sinnvoll oder kontraproduktiv!?

 

ein spannendes thema das - gut vermarktet - in vielen fachzeitschriften immer mehr interesse wachruft. ich werde bei planungen immer öfter darauf angesprochen und lange zeit fand auch ich es sinnvoll und wichtig. ich spreche

dabei nicht vom “bauen für menschen mit einschränkungen” - sondern vom “altersgerechten wohnen”. seit geraumer zeit hinterfrage ich diese denkweise beim hausbau ab dreißig. 

fluch oder segen!? - als skorpiongeborene habe ich die angewohnheit ALLES und JEDES immer wieder zu hinterfragen. früher zum "leidwesen" meiner eltern, lehrer und vorgesetzten. später erkannte ich die vorteile dieser unbeliebten denkweise um abläufe, ansichten, meinungen und “gewohntes” zu hinterfragen. was wenn die energie der aufmerksamkeit folgt? eine these - die ich im laufe der jahre immer mehr bestätigt sehe. aber vollkommen überzeugt hat mich "das spüren am eigenen körper". vor einigen wochen nahm ich an einem seminar für körperarbeit teil. zu wenig bewegung, zu langes sitzen - haben meinem körper zugesetzt.

das ergebnis dieses 3-tägigen seminars - meine nackenschmerzen waren weg, der rücken frei und beweglich, mein körpergefühl unbeschreiblich leicht und weich und völlig schmerzfrei. unser tragerlehrer luca beschäftigt sich seit vielen jahren nicht nur mit trager (einer körper- und bewegungsschule) sondern auch mit feldenkrais - einer methode - die ich in ansätzen bereits bei einem laufseminar bei wim luipers kennenlernen durfte und die mich wie trager - durch ihre sanftheit und ungeheure effizienz - immer wieder tief beeindruckt. für mich sind beide methoden eine lebensschule von unschätzbarem wert. 

meine sichtweise zu “barriere-freiem wohnen” wurde völlig über den haufen geworfen. ich erfahre, dass es wissenschaftliche studien gibt - die besagen - das es einen klaren zusammenhang gibt - zwischen ungenügender bewegung und demenz und dass es kontraproduktiv ist - alles zu ebnen. wir arbeiten bei diesem seminar am boden und werden wieder gelenkig wie kinder. zu wenig bewegung schadet nicht nur unseren kindern, sondern auch den erwachsenen. ich erkenne, das wir zurück auf den boden müssen, um uns wieder zu spüren. hinsetzen, aufstehen, gehen, unsere aufrichtung finden, treppen steigen - all das tut uns gut. unsere beiden gehirnhälften sind unterbeschäftigt - sie müssen keine “unebenheiten” mehr ausgleichen. früher war das anders. wir bewegten uns zu 80% auf unebenen flächen - heute läuft es genau umgekehrt. bei kleinkindern hat man bereits erkannt, das eine unzureichende entwicklung der grobmotorik - die feinmotorik negativ beeinflußt. wir bauen bewegungs- und waldkindergärten, um gegenzusteuern. und den erwachsenen basteln wir arbeitsplätze, in denen wir uns kaum mehr bewegen müssen. alles ist effizient um uns herum angeordnet, funktioniert automatisch und “entlastet” uns. aber tut es das wirklich!? brauchen wir deshalb fitneßstudio und personaltrainer - um unsere bewegungseinschränkungen wieder in den griff zu bekommen!? was basteln wir uns da für eine paradoxe welt? bei seminaren oder im urlaub lieben wir wellness und adventure doch zu hause schaffen wir uns eine “behindertengerechte” umgebung. wir gehen mit stöcken und das freiwillig, geben ein vermögen für sportgeräte aus und unsere jalousien steuern wir per fernbedienung, damit wir unsere schlaffen oberarme  dann mit hanteln trainieren müssen. wir liegen in betten - die jeden zentimeter unseres körpers optimal stützen - um dann auf harten yogamatten zu lernen uns selbst zu spüren. im urlaub wollen wir zurück zur natur - reduziert aufs wesentliche - ein leben in einfachsten hütten und zuhause schaffen wir uns high-tec-häuser. wir planen riesige küchen mit unendlich stauraum für lebensmittel in einer zeit - in der wir rund um die uhr alles bekommen. und wenn wir uns beim hausbau ab dreißig nicht völlig ignorant zeigen wollen - bauen wir häuser in denen es keine treppen mehr gibt - um uns dann auf den heimtrainer zu setzen um fit zu bleiben. was tun wir da eigentlich?! sollten wir uns nicht möglichst viele handicaps einbauen - damit wir uns im täglichen ablauf wieder sinnvoll bewegen und uns fitneßcenter und personal coach als “sahnehäubchen” gönnen!? sollten wir uns nicht besser aus sitzsäcken “schälen” und die schuhe im stehen binden? machen wir uns mit klettverschlü.en und altersgerechtem sitzen nicht selbst frühzeitig zum krüppel? vielleicht sollten wir die neuen wohnformen doch noch mal gründlich hinterfragen und uns stattdessen überlegen “wie viel wir wirklich zum leben brauchen”!? einiges beigetragen zu diesem umdenken hat auch meine freundin monika - eine spiraldynamikerin - die mir wieder klargemacht hat - das wir einen “bewegungsapparat” besitzen und deshalb nicht “stillsitzen” sollten. jetzt werde ich meine bewegungsabläufe neu überdenken, barfuß im schotter zu laufen und meine natürliche “aufrichtung” hinterfragen? tja - nicht immer so bequem und es macht auch ein wenig arbeit - aber es läßt mich auch meine eigenverantwortung klar erkennen!

 

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